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Medizinische Versorgung

Am 18.08.2022 besuchte eine kleine Gruppe von STEP Africa, bestehend aus sechs Medizinstudenten eine Art Arztpraxis, in der Nähe der Ndoto-School. Wir suchten uns extra einen Donnerstag aus, denn dies ist der wöchentliche Impftag für Massai-Kinder, sodass wir hier am ehesten unterstützen können. Die Impfungen werden vom Staat gestellt, sodass die Familien einen kostenlosen Zugang zu den wichtigsten Impfstoffen bekommen. Darüber hinaus werden an diesem Tag auch alle Massai unterschiedlicher Altersklassen mit Krankheiten oder Wunden medizinisch versorgt.


Das Team besteht aus zwei Massai, deren akademischer Hintergrund nicht bekannt ist. Sie führen normalerweise die Impfungen und die Sprechstunde allein durch. Heute waren wir jedoch da und konnten das kleine Team tatkräftig unterstützen.

Wir schauten uns abwechselnd Patienten an und überlegten im Team, um welche Diagnose es sich handelte und inwiefern wir medikamentös eingreifen können. Obwohl die Arztpraxis mit einigen Medikamenten ausgestattet war, beispielsweise mit Antibiotika oder Diclofenac, die ebenfalls von der Regierung gestellt werden, war es teilweise schwer, die vermutete Diagnose adäquat zu behandeln, weil die entsprechenden Medikamente z.B. für Viruserkrankungen fehlten. Diese kamen jedoch sehr häufig vor. Trotzdem gaben wir unser Bestes, die PatientInnen zu beruhigen, wenn es sich um keine schwerwiegende Erkrankung handelte oder wir versuchten die PatientInnen, die unserer Meinung nach ernsthaft krank waren, davon zu überzeugen, dass sie in einem Krankenhaus professionell behandelt werden müssen. Des Weiteren halfen wir dabei, die Kinder zu impfen.


Auch wenn es oft nicht möglich war, die exakte Diagnose zu stellen, da wir alle noch Studenten sind und da uns sowohl die Sprachbarriere als auch die mangelnde medizinische Ausrüstung unsere Arbeit erschwerten, waren die PatientInnen sehr dankbar, dass wir uns so viel Zeit für sie nahmen und ihnen oft auch helfen konnten.

Für uns selbst war der Tag super lehrreich, da wir im Studium selten die Möglichkeit haben, selbstständig Verantwortung für PatientInnen zu übernehmen und mit wenig Equipment und Medikamenten, das Beste für die PatientInnen herauszuholen. Jedoch waren wir auch über die Zustände in der Arztpraxis schockiert. Es gab kein Equipment, z.B. kein Stethoskop oder Pulsoxymeter, was enorm wichtig wäre, da die meisten PatientInnen respiratorische oder gastrointestinale Probleme hatten. Das müsste dringend besorgt- und auch der Medikamentenschrank müsste üppiger bestückt werden. Es wäre wünschenswert, wenn die zahlreichen Spenden für die Ndoto-School auch teilweise der medizinischen Versorgung zugutekämen.


18.08.2022

Leandra Grzib





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