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  • Autorenbildndoto Tanzania

Mitten im Nichts ein kleines Gebäude - die Ndoto School

Gleich nach dem Frühstück wurden wir von Juma mit dem von Step Afrika gemieteten Dala am Hostel abgeholt. Nancy, eine Lehrerin, die für verschiedene Schulen im Outreach arbeitet, kam mit uns. Die Fahrt war interessant, außerhalb von Arusha sah alles ganz anders aus. Sobald wir die Teerstraße hinter uns hatten und nur noch auf sehr staubigen Schotterstraßen fuhren, gab es auch nur noch ganz kleine Dörfchen oder einzelne Häuser am Straßenrand. Die Landschaft war atemberaubend schön, leicht hügelig, mit Sträuchern und Bäumen durchzogen.


Und dann sahen wir sie, mitten im Nichts ein kleines, aber schön angestrichenes Gebäude, die Ndoto School. Von außen hätten wir nicht vermutet, dass im Gebäude gerade ca. 100 Kinder unterrichtet wurden (von einem Lehrer), denn es waren keine Geräusche zu hören. Also sind wir in die Schule reingegangen und da saßen sie alle... viele kleine Kinder im Alter von ca. 3 bis 6 Jahren, dicht nebeneinander, auf wackeligen Holzbrettern, die auf Steine aufgelegt waren. Schüchtern, aber neugierig haben sie uns angelächelt und zugewunken.

Das Schulgebäude selbst bestand nur aus dem einen Raum, in dem sich sonst außer einer großen Tafel gleich vorn am Eingang, einem aus Steinen aufgeschichteten Lehrerpult und den Holzbänken für die Kinder, noch gar nichts befand. Die Wände waren schön bunt gestrichen, aber es gab noch keine Lernmaterialien für die Kinder. Wir haben sofort angefangen, unsere vorbereiteten Bilder mit Zahlen, Buchstaben, Tieren, Früchten und dem Wetter, an den Wänden zu befestigen. Außerdem wurden alle Kinder fotografiert und unter anderem zu ihrer familiären Situation, sowie ihren Lieblingstieren, dem Lieblingsessen und ihrem Lieblingsspielzeug befragt – für die Erstellung der Profilbögen (um später Patenschaften für die Kinder zu bekommen zur Finanzierung der Schule). Nach dem Fotografieren und der Befragung durften die Kinder mit Buntstiften auf ein Blatt Papier malen, draußen, auf der Treppe vor der Schule. Für viele der Kinder war es das erste Mal, dass sie einen Stift in der Hand hielten. Ihnen musste erst gezeigt werden, was sie mit Stift und Papier tun konnten. Eine aufgemalte „Beispiel – Sonne“ entstand nun in verschiedenen Formen und Größen auf mehreren Bildern.

Später haben wir mit allen Kindern draußen gespielt. Große Begeisterung lösten die mitgebrachten Luftballons aus, mit denen wir Fangen und Werfen geübt haben. Den mitgebrachten Fußball haben sich die Jungs geschnappt, und gleich darauf fingen auch sie an zu spielen. Den Mädchen haben besonders die Springseile gefallen, bei denen sogar mehrere Kinder gemeinsam springen konnten.

Mittags, kurz vor 12 Uhr, hat der Lehrer wieder alle Kinder zusammengerufen und sie verabschiedet. Wie ein buntes Wölkchen sind sie davongeflitzt, den mehr oder weniger langen Weg bis zu ihrem zu Hause.

Es war für uns alle ein ganz besonderer Tag, sowohl für die Kinder, weil sie beim Spielen mit uns so viel Freude hatten, als auch für uns, weil wir eintauchen durften in eine ganz andere Welt.


15. März 2022

Katrin Wunderlich




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